Zahnarzt Instagram
13 Jul, 2021

DR Studie: So nutzen Zahnärzte Instagram für das Praxismarketing

Internet ohne Instagram? Das ist gerade für die Gruppe der 20- bis 39-Jährigen kaum noch vorstellbar. 80 % der 20- bis 29-Jährigen und 63 % der 30- bis 39-Jährigen deutschen Internetnutzer sind auf Instagram aktiv (Quelle: Statista.de). Aus diesem Grund ist Instagram auch aus dem Praxismarketing nicht mehr wegzudenken – insbesondere Zahnarztpraxen können profitieren, da sich potenziell jeder im Laufe seines Lebens zahnmedizinischen Behandlungen unterziehen muss. Im Rahmen einer kleinen Zahnarzt Instagram-Studie haben wir am Beispiel Düsseldorf ermittelt, wie groß das Engagement von Zahnarztpraxen bei Instagram derzeit ist.

Zunächst: Instagram ermöglicht es, Fotos, Videos oder Infografiken zu teilen und einem großen Publikum zugänglich zu machen. Gerade der Zahnmedizin bietet diese Form der Inhaltsvermittlung klare Vorteile: Visuelle Darstellungen der Expertise anhand von Referenz-Bildern (z. B. Nachher-Bilder, glückliche Patienten), Infografiken oder Aufnahmen aus der Praxis sowie eine sympathische Präsentation des Teams können helfen, neue Patienten zu gewinnen. Auch Angstpatienten könnte durch ein vertrauenswürdiges und einfühlsames Auftreten Angst genommen werden.

Wir wollten deshalb wissen: Wie aktiv sind Zahnärzte auf Instagram und wie nutzen sie Instagram für das Praxismarketing? Um Antworten auf diese Fragen zu erhalten, haben wir eine Bestandsaufnahme am Beispiel der Großstadt Düsseldorf durchgeführt.

Nicht berücksichtigt haben wir, ob die Praxen auf laufende Werbekampagnen (Instagram-Ads) setzen.

Zahnarzt Instagram-Studie: Die Eckdaten

Zeitraum der Datenerfassung:

April 2021 – Mai 2021

Anzahl der Praxen, die für die Studie betrachtet wurden:

64

Davon sind im Zeitraum der Datenerfassung auf Instagram aktiv gewesen:

40 von 64 (63 %)

Durchschnittliche Anzahl der Follower:

1.831

Durchschnittliche Anzahl der Postings pro Woche:

0,59

Art der Postings:

Foto: 81 % / Video: 14 % / Infografik: 5 %

Erkenntnisse zu den 10 erfolgreichsten Praxen:

70 % kooperieren mit Influencern

Beliebteste Posting-Anlässe sind:

Klassische Werbung (28 %), Patienteninformationen (24 %) sowie das Praxisteam und Lustiges/Grüße (je 18 %)

Praxismarketing Instagram

Primäre Fragestellungen unserer Instagram-Studie

Nutzen Zahnarztpraxen aus Düsseldorf Instagram für das Praxismarketing? Wenn ja, wie aktiv sind sie und wie viele Follower haben sie? Auf welche Art und Weise werden Inhalte veröffentlicht? Werden auch Stories (zeitlich begrenzte Clips aus mehreren automatisch ablaufenden Sequenzen) hochgeladen? Wie unterscheidet sich die Instagram-Nutzung der 10 erfolgreichsten bzw. followerstärksten Praxen von den übrigen? Antworten auf diese Fragen liefert unsere Instagram-Studie.

Zusammensetzung des Studienkollektivs

Die Studie umfasst insgesamt 64 Zahnarztpraxen aus Düsseldorf. Mithilfe von Online-Verzeichnissen haben wir zunächst die in Düsseldorf ansässigen Praxen ermittelt. Im Anschluss wurde anhand einer eigenen Recherche überprüft, welche der ansässigen Zahnarztpraxen bei Instagram mit einem öffentlichen bzw. gewerblichen Profil aktiv sind (kein Anspruch auf Vollständigkeit). Insgesamt konnte schließlich zu 40 Zahnarztpraxen ein Instagram-Account ausfindig gemacht werden.

Zahnarzt Instagram-Studie: Die Ergebnisse

Was hat die Studie genau ergeben?

Ergebnis 1:

Ausbaufähige Reichweite und Followerzahl

Wir haben untersucht und verglichen, über wie viele Instagram-Follower die Praxen aus Düsseldorf verfügen. Dabei stellten wir fest, dass die Spannbreite sehr groß ist: Der Account mit der höchsten Follower-Anzahl umfasst 42.700 Personen, während ein anderer Kanal gar keine Follower aufwies. Die durchschnittliche Anzahl der Follower aller von uns ermittelten Accounts in Düsseldorf entspricht 1.831 Personen.

Instagram Followeranzahl
Ergebnis 2:

Geringe, ausbaufähige Aktivität

Die untersuchten Zahnarztpraxen aus Düsseldorf veröffentlichten im Untersuchungszeitraum durchschnittlich 0,59 Postings pro Woche. Interessant ist der Vergleich mit den 10 erfolgreichsten bzw. followerstärksten Praxen: Hier werden mit 1,43 Postings pro Woche beinahe dreimal so viele Postings veröffentlicht.

Praxismarketing Instagram
Ergebnis 3:

Mangelnde Beitragsvielfalt: Fotos überwiegen

Bei insgesamt 81 % aller im Untersuchungszeitraum veröffentlichten Beiträge handelt es sich um Fotos. Es folgen Videoclips bzw. Reels mit 14 % und Infografiken mit einem Anteil von 5 %.

Zahnarzt Instagram sinnvoll
Ergebnis 4:

„Stories“ werden kaum genutzt

95 % aller untersuchten Zahnarztpraxen haben zum Zeitpunkt der Datenerhebung keinen Gebrauch von „Instagram-Stories“ gemacht. Lediglich 5 % aller untersuchten Praxen nutzten zu dem Zeitpunkt die Story-Funktion.

Zahnarzt Instagram
Nähere Betrachtung der 10 erfolgreichsten Zahnarztpraxen

Welche Rückschlüsse lassen sich daraus ziehen?

Um weitere Rückschlüsse daraus zu erhalten, weshalb bestimmte Zahnarztpraxen über besonders viele Follower bei Instagram verfügen, haben wir uns die 10 erfolgreichsten Accounts näher angesehen und folgende Punkte hinterfragt:

Arbeiten diese Praxen mit Influencern zusammen?

Im Beobachtungszeitraum konnten wir bei 70 % der 10 erfolgreichsten Praxen zurückliegende oder aktuell laufende Kooperationen mit Influencern ermitteln.

Influencer Zahnarztpraxis

Welche Anlässe werden für Postings genutzt und wie werden sie gestalterisch umgesetzt?

Bei den erfolgreichsten Zahnarztpraxen sind klassische Werbung (28 %), Patienteninfos (24 %),  Postings rund um das Praxisteam sowie Lustiges/Grüße (je 18 %) die am häufigsten genutzten Inhalte für Postings.

Beliebteste Postinganlässe Zahnarztpraxis

Unsere Interpretation der Resultate

Zahnarztpraxen könnten Instagram intensiver für ihr Praxismarketing nutzen

Unsere Zahnarzt Instagram-Studie hat ergeben, dass Instagram bei Zahnärzten aus Düsseldorf durchaus gerne genutzt wird. Dennoch verzichtet aktuell ein Großteil der Zahnärzte auf profitable Netzwerkeffekte der Plattform, sodass hier noch viel Potenzial für eine verbesserte Nutzung besteht.

Mehr Beiträge veröffentlichen:

Auffällig ist, dass die 10 Praxen mit den meisten Followern auch am häufigsten Beiträge veröffentlichen. Daraus kann geschlussfolgert werden, dass ein größeres Engagement bei der Generierung von Postings auch zu höheren Followerzahlen führt. Von dieser Erkenntnis können „followerschwache“ Praxen direkt profitieren, indem sie ihr Engagement einfach steigern.

Wir vermuten, dass viele Zahnärzte einerseits zu wenig Zeit und andererseits nicht ausreichend Ideen für Posting-Anlässe haben (oder dass sie Soziale Medien eigentlich ablehnen und privat auch nicht nutzen wollen). Dennoch sollte man die Bedeutung der Sozialen Medien im Bereich der Zahnmedizin nicht unterschätzen. Insbesondere Praxen, die sich auf Ästhetische Zahnheilkunde fokussieren, können Instagram sehr gut nutzen, um ihre Expertise anschaulich und einem großen Publikum darzustellen.

Nutzung von Instagram-Ads:

Ein weiterer Tipp: Gerade zu Beginn des Engagements bei Instagram sind die erzielbaren Reichweiten aufgrund weniger Follower meist gering, können aber durch eine professionelle Strategie und die Nutzung von Instagram-Ads deutlich gesteigert werden. Anhand von Instagram-Ads können Zielgruppen definiert werden, um genau die Personen anzusprechen, die für gewöhnlich für bestimmte Behandlungen infrage kommen. Zur Zielgruppenbestimmung können u. a. Alter, Geschlecht, Wohnort und Interessen berücksichtigt werden.

Stories veröffentlichen:

Die Story-Funktion wird von den beobachteten Zahnärzten bisher kaum genutzt. Da Stories bei vielen Nutzern sehr beliebt sind und Kanalbetreibern eine sehr einfache Möglichkeit bieten, ihre Follower kontinuierlich und unkompliziert mit Content zu versorgen, sollte dieses Unterhaltungselement nicht einfach so außer Acht gelassen werden. Mittlerweile messen viele Kanalbetreiber der Story-Funktion sogar mehr Relevanz bei als gewöhnlichen Postings.

Stories bieten die Chance, den Arzt, sein Team sowie die Leistungen besser vorzustellen und exklusive „Behind the Scenes“-Einblicke zu bieten. Dabei sollte man die Ausgestaltung der Inhalte ruhig etwas „lockerer“ sehen und nicht zwingend mit dem Anspruch von Hochglanz und Perfektion angehen. Da veröffentlichte Stories nur für 24 Std. verfügbar sind, werden Follower dazu motiviert, den Kanal gezielt und häufiger zu besuchen, um die nichts zu verpassen.

Mit Influencern kooperieren:

Das Influencer-Business kann durchaus stark polarisieren und besitzt in verschiedenen Kreisen nicht immer einen guten Ruf. Dennoch können auch Zahnarztpraxen von Influencer-Kooperationen profitieren. Insbesondere Beauty-Themen stehen bei Influencern allgemein hoch im Kurs. Dabei spielt schließlich auch die Zahnästhetik eine wichtige Rolle. Denn strahlende und gesunde Zähne werden schnell mit Gesundheit und Vitalität assoziiert.

Benötigen Sie Unterstützung?

Wenn Ihnen im Praxisalltag die zeitlichen Ressourcen oder Ideen für mehr Engagement auf Instagram fehlen, sorgen wir gerne für Abhilfe. Schon seit 2012 pflegen wir Social-Media-Kanäle von Ärzten aus ganz Deutschland. Wir kreieren Beiträge, Stories und liefern Ihnen Anregungen und Ideen für Posting-Anlässe. Zudem entwickeln und koordinieren wir Ads-Kampagnen auf Instagram und Facebook.

Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Seite Social Media für Ärzte. Oder Sie nehmen direkt Kontakt mit uns auf, falls Sie Fragen haben. Alternativ können Sie auch eine kostenfreie Erstberatung zum Thema Social Media für Ärzte buchen.

Foto: © Prostock-studio / elements.envato.com

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Oliver Löw

oliver.loew@docrelations.de

Oliver Löw ist seit 2007 als Kommunikator im Gesundheitsbereich tätig. Im Jahr 2011 gründete er in Meerbusch die Docrelations GmbH, die auf Praxismarketing & PR im Gesundheitswesen spezialisiert ist. 2014 verlagerte die Agentur ihren Sitz in die Landeshauptstadt Düsseldorf. 2015 eröffnete Docrelations ein weiteres Büro in Bayreuth. Oliver Löw ist ehemaliger PR/Marketing-Leiter des Instituts für dentale Sedierung (heute Dr. Mathers Institutes), war zuvor als PR-Berater in der renommierten Healthcare-PR-Agentur medical relations tätig und fand den Einstieg in den Medizinbereich durch ein PR-Volontariat bei der Bayer AG in Leverkusen.