Praxismarketing mit Instagram

Studie: So nutzen Plastische Chirurgen Instagram für das Praxismarketing

Rund 21 Millionen Menschen sind alleine in Deutschland auf Instagram aktiv. Besonders stark vertreten ist hier die Gruppe der 18- bis 35-Jährigen, die knapp zwei Drittel (61,9 %) der Nutzer ausmachen (Quelle: Facebook.com). Aus diesem Grund ist Instagram auch aus dem Praxismarketing nicht mehr wegzudenken – insbesondere im Bereich der Ästhetischen und Plastischen Chirurgie, da Personen dieser Altersgruppe für plastisch-ästhetische Eingriffe besonders prädestiniert sind. Im Rahmen einer Studie haben wir ermittelt, wie groß das Engagement Ästhetischer Mediziner bei Instagram aktuell ist. 

Instagram bietet die Möglichkeit, interessante Inhalte in Form von Bildern, Videoclips oder Grafiken zu teilen und damit einem großen Publikum zugänglich zu machen. Diese Art der Inhaltsvermittlung bietet Branchen wie der Ästhetischen und Plastischen Chirurgie klare Vorteile: Visuelle Darstellungen des Leistungsspektrums in Form von Referenz-Bildern (z. B. Nachher-Bilder, glückliche Patienten), Infografiken oder Aufnahmen aus der Praxis sowie eine sympathische Präsentation des Teams können dabei helfen, potenzielle Patienten anzusprechen und zu gewinnen.

Wir haben uns deshalb die Frage gestellt, wie aktiv und in welcher Form Instagram von Plastischen Chirurgen genutzt wird. Um darauf Antworten zu finden, haben wir eine Bestandsaufnahme am Beispiel der Großstädte Köln und Düsseldorf durchgeführt.

Nicht berücksichtigt haben wir, ob die Praxen auf laufende Werbekampagnen (Instagram-Ads) setzen oder mit Influencern zusammenarbeiten.

Eckdaten unserer Studie

Zeitraum der Datenerfassung:
Oktober 2019 – November 2019

Anzahl der Praxen, die für die Studie betrachtet wurden:
93 (60 aus Düsseldorf, 33 aus Köln)

Davon sind auf Instagram aktiv:
58 (62 %)

Durchschnittliche Anzahl der Follower:
4.865

Durchschnittliche Anzahl der Postings pro Woche:
1,77

Art der Postings:
Foto: 75 %
Video: 20 %
Infografik: 5 %

Erkenntnisse zu den 10 erfolgreichsten Praxen:
40 % kooperieren mit Influencern.
Beliebteste Posting-Anlässe sind Patienteninfos (31 %), Behandlungsergebnisse (21 %) und OP-Bilder (14 %).

Praxismarketing mit Instagram

Primäre Fragestellungen unserer Studie

Wird Instagram von Ästhetischen und Plastischen Chirurgen aus Köln und Düsseldorf für das Praxismarketing genutzt? Wenn ja, wie aktiv sind sie und wie viele Follower haben sie? Welche Inhalte werden wie veröffentlicht? Nutzen sie auch Stories (zeitlich begrenzte Clips aus mehreren automatisch ablaufenden Sequenzen)? Wie unterscheidet sich die Instagram-Nutzung der 10 erfolgreichsten bzw. followerstärksten Praxen vom Rest? Antworten auf diese Fragen liefert unsere Instagram-Studie.

Zusammenstellung des Studienkollektivs

Die Studie umfasst insgesamt 93 Ästhetische und Plastische Chirurgen, 60 davon kommen aus Düsseldorf, 33 aus Köln. Mithilfe eines Online-Verzeichnisses haben wir zunächst die in den Städten ansässigen Ärzte ermittelt und dann im Anschluss anhand einer eigenen Recherche die Ärzte bzw. Praxen/Kliniken ausfindig gemacht, die bei Instagram mit einem öffentlichen bzw. gewerblichen Profil aktiv sind (kein Anspruch auf Vollständigkeit). Insgesamt betreibt mit einem Anteil von 62 % mehr als die Hälfte der Ästhetischen und Plastischen Chirurgen einen solchen Instagram-Account.

Ergebnis 1: Ausbaufähige Reichweite und Follower-Zahl

Gemessen daran, über wie viele Instagram-Follower die Praxen in Köln und Düsseldorf verfügen, ist festzustellen, dass die Spannbreite sehr groß ist. Der Kanal mit der höchsten Anzahl an Followern stammt von einer Praxis aus Düsseldorf und umfasst 72.800 Personen, in Köln hat der erfolgreichste Kanal 20.800 Follower. Dem Kanal mit der niedrigsten Follower-Zahl folgen lediglich 16 Personen. Die durchschnittliche Anzahl der Follower aller von uns ermittelten Accounts in Düsseldorf und Köln entspricht 4.865 Personen.

Praxismarketing mit Instagram

Ergebnis 2: Mäßige Aktivität

Die untersuchten Praxen aus Köln und Düsseldorf veröffentlichten im Untersuchungszeitraum durchschnittlich 1,7 Postings pro Woche. Interessant: Bei den 10 erfolgreichsten bzw. followerstärksten Praxen sind es mehr als doppelt so viele Postings pro Woche, nämlich 3,8.

Praxismarketing mit Instagram

Ergebnis 3: Fotos spielen aktuell die Hauptrolle

Genau drei Viertel aller Beiträge im Untersuchungszeitraum waren Fotos, gefolgt von Videoclips (20 %) und Infografiken (5 %).

Praxismarketing mit Instagram

Ergebnis 4: „Stories“ werden kaum genutzt

Mit 84 % ist die Zahl derjenigen, die zum Zeitpunkt der Studie keinen Gebrauch von „Instagram-Stories“ gemacht haben, hoch. Lediglich 16 % der untersuchten Praxen/Kliniken hatten zu dem Zeitpunkt eine Story hochgeladen.

Praxismarketing mit Instagram

Nähere Betrachtung der 10 erfolgreichsten Praxen

Um weitere Rückschlüsse daraus zu erhalten, weshalb bestimmte Praxen besonders erfolgreich bei Instagram sind, haben wir uns die 10 erfolgreichsten näher angesehen und folgende Punkte hinterfragt:

Arbeiten diese Praxen mit Influencern zusammen?

Im Beobachtungszeitraum konnten wir bei 40 % der 10 erfolgreichsten Praxen Kooperationen mit Influencern ermitteln.

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Welche Anlässe werden für Postings genutzt und wie werden sie gestalterisch umgesetzt?

Beliebteste Posting-Anlässe sind Patienteninfos (31 %), Behandlungsergebnisse (21 %) und OP-Bilder (14 %).

Praxismarketing mit Instagram

Unsere Interpretation der Resultate: Ästhetische und Plastische Chirurgen könnten Instagram noch besser für ihr Praxismarketing nutzen

Die Ergebnisse unserer Studie zeigen, dass Instagram bei Ästhetischen und Plastischen Chirurgen aus Köln und Düsseldorf durchaus ein fester Begriff ist. Dennoch verzichtet aktuell ein Großteil der Ärzte auf profitable Netzwerkeffekte der Plattform, sodass hier noch viel Potenzial für eine verbesserte Nutzung besteht.

Unsere Feststellungen und Ratschläge:

Mehr Beiträge veröffentlichen:
Interessant ist, dass die 10 Praxen mit den meisten Followern auch am häufigsten Beiträge veröffentlichen. Für weniger followerstarke Praxen und Kliniken lässt sich also daraus schließen, dass ein größeres Engagement bei der Generierung von Postings auch zu höheren Followerzahlen führen kann.

Wir vermuten, dass viele Ärzte einerseits zu wenig Zeit und andererseits nicht ausreichend Ideen für Posting-Anlässe haben (oder dass sie Soziale Medien eigentlich ablehnen und privat auch nicht nutzen wollen). Dennoch sollte man sich bewusst machen, welche große Bedeutung die Sozialen Medien gerade im Bereich von Beauty und Ästhetik haben.

Nutzung von Instagram-Ads:
Ein weiterer Tipp: Gerade zu Beginn des Engagements bei Instagram sind die erzielbaren Reichweiten aufgrund weniger Follower meist gering, können aber durch eine professionelle Strategie und die Nutzung von Instagram-Ads deutlich gesteigert werden. Anhand von Instagram-Ads können Zielgruppen definiert werden, um genau die Personen anzusprechen, die für gewöhnlich für bestimmte Behandlungen infrage kommen. Zur Zielgruppenbestimmung können u. a. Alter, Geschlecht, Wohnort und Interessen berücksichtigt werden.

Stories veröffentlichen:
Die Story-Funktion wird von den beobachteten Ärzten bisher kaum genutzt. Da Stories bei vielen Nutzern sehr beliebt sind und Kanalbetreibern eine sehr einfache Möglichkeit bieten, ihre Follower kontinuierlich und unkompliziert mit Content zu versorgen, sollte dieses Unterhaltungselement nicht einfach so außer Acht gelassen werden. Mittlerweile messen viele Kanalbetreiber der Story-Funktion sogar mehr Relevanz bei als gewöhnlichen Postings.

Stories bieten die Chance, den Arzt, sein Team sowie die Leistungen besser vorzustellen und exklusive „Behind the Scenes“-Einblicke zu bieten. Dabei sollte man die Ausgestaltung der Inhalte ruhig etwas „lockerer“ sehen und nicht zwingend mit dem Anspruch von Hochglanz und Perfektion angehen. Da veröffentlichte Stories nur für 24 Std. verfügbar sind, werden Follower dazu motiviert, den Kanal gezielt und häufiger zu besuchen, um die nichts zu verpassen.

Mit Influencern kooperieren:
Auch wenn das Influencer-Business derzeit sehr stark polarisiert (Stichwort Oliver Pocher) und in vielen Kreisen keinen besonders guten Ruf besitzt, scheinen Praxen aus dem Ästhetik-Bereich besonders von Influencer-Kooperationen zu profitieren. Überraschend ist dies allerdings nicht, da Beauty-Themen bei Influencern allgemein hoch im Kurs stehen. Zudem findet sich bei den Followern der Beauty-, Fitness- und Fashion-Influencer auch die Zielgruppe für viele Behandlungen sehr gut wieder.

Benötigen Sie Unterstützung?

Wenn Ihnen im Praxisalltag die zeitlichen Ressourcen oder Ideen für mehr Engagement auf Instagram fehlen, sorgen wir gerne für Abhilfe. Schon seit 2012 pflegen wir Social-Media-Kanäle von Ärzten aus ganz Deutschland. Wir kreieren Beiträge, Stories und liefern Ihnen Anregungen und Ideen für Posting-Anlässe. Zudem entwickeln und koordinieren wir Ads-Kampagnen auf Instagram und Facebook.

Weitere Informationen finden Sie auch auf unserer Seite Social Media für Ärzte. Oder Sie nehmen direkt Kontakt mit uns auf, falls Sie Fragen haben. Alternativ können Sie auch eine kostenfreie Erstberatung zum Thema Social Media für Ärzte buchen (siehe Button).

Foto: © opolja / www.istockphoto.com

Oliver Löw
oliver.loew@docrelations.de

Oliver Löw ist seit 2007 als Kommunikator im Gesundheitsbereich tätig. Im Jahr 2011 gründete er in Meerbusch die Docrelations GmbH, die auf Praxismarketing & PR im Gesundheitswesen spezialisiert ist. 2014 verlagerte die Agentur ihren Sitz in die Landeshauptstadt Düsseldorf. 2015 eröffnete Docrelations ein weiteres Büro in Bayreuth. Oliver Löw ist ehemaliger PR/Marketing-Leiter des Instituts für dentale Sedierung (heute Dr. Mathers Institutes), war zuvor als PR-Berater in der renommierten Healthcare-PR-Agentur medical relations tätig und fand den Einstieg in den Medizinbereich durch ein PR-Volontariat bei der Bayer AG in Leverkusen.



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